Evaluation Content Management Systeme

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Ki Generiertes Bild (Gemini)

Warum ich mich auf die Suche nach einem neuen CMS gemacht habe

Als Medieninformatiker ist die eigene Website immer ein zweischneidiges Schwert: Einerseits soll sie meine Projekte und meine Vita professionell präsentieren, andererseits habe ich einen hohen Anspruch an die Technik, die unter der Haube steckt. Bereits früh im Jahre 2005 nutze ich Joomla für verschiedene Projekte. Als dies, gerade für kleinere Seiten, viel zu überladen wurde, wechselte ich mit allem zu Wordpress. Vor etwa einem Jahr kam ich an den Punkt, an dem meine bisherige Lösung sich mehr nach Last als nach Werkzeug anfühlte.

Mein Ziel: Die perfekte digitale Visitenkarte

Ich suchte nicht einfach nur nach einem Platz für Texte. Mein Ziel war es, eine moderne Online-Präsenz zu schaffen, die meine berufliche Laufbahn sauber abbildet und gleichzeitig als Plattform für mein Portfolio dient. Dabei hatte ich eine sehr spezifische Liste an Anforderungen im Kopf, die mein neues System erfüllen musste:

  • Schluss mit der "Plugin-Hölle": Mein Hauptgrund für den Wechsel war der Frust über WordPress. Ich wollte keine Zeit mehr damit verschwenden, ständig Sicherheitsupdates zu fahren oder 20 verschiedene Plugins zu jonglieren, nur um grundlegende Funktionen abzubilden.
  • Performance und sauberer Code: Ich wollte eine Seite, die "fliegt". Kurze Ladezeiten und ein schlanker Quellcode waren für mich als Informatiker nicht verhandelbar.
  • Der "Schreibfluss" (Writing Flow): Das CMS sollte mich dazu motivieren, Inhalte zu erstellen. Ich suchte ein Interface, das ablenkungsfrei ist – ähnlich wie Notion –, bei dem ich mich auf das Wesentliche konzentrieren kann: den Content.
  • Volle Code-Kontrolle via Injection: Das war der vielleicht wichtigste Punkt. Ich wollte kein starres Theme-Korsett. Ich brauchte ein System, das mir erlaubt, eigene Logiken – wie mein spezielles split-row Layout für die Vita – direkt per CSS/JS zu injizieren, ohne jedes Mal das gesamte Template-System umprogrammieren zu müssen.

Der Umweg über das Wissensmanagement

Auf meiner Suche habe ich zeitweise auch mit Tools wie Docmost oder BookStack geliebäugelt. Die Idee, mein Wissen dort strukturiert abzulegen, war reizvoll. Doch ich merkte schnell: Ein Wiki ist kein Blog. Für das persönliche Branding und die Außendarstellung fehlten mir dort die nötige Eleganz, die SEO-Optimierung und schlicht das "Look & Feel" einer modernen Publishing-Plattform.

Am Ende ging es mir um den optimalen Kompromiss: Minimalistischer Wartungsaufwand bei maximaler gestalterischer Freiheit. Diese Odyssee hat mich viel Zeit gekostet, aber sie war notwendig, um bei einer Lösung zu landen, die sich heute nicht mehr wie Arbeit, sondern wie ein echtes Upgrade anfühlt.


1. Klassische & Dynamische Systeme (PHP-Basis)

  • WordPress
    • Technik: PHP/MySQL, Block-Editor (Gutenberg).
    • Bewertung: Hoher Overhead. Customizing ohne Plugins schwierig.
    • Ausschlussgrund: "Plugin-Hölle" und hoher Wartungsaufwand (Sicherheits-Updates).
  • Joomla
    • Technik: PHP-Framework mit komplexer Datenbankstruktur.
    • Bewertung: Überladenes UI, unflexibel für moderne Single-Page-Ansprüche.
    • Ausschlussgrund: Veraltete UX und unnötige Komplexität für ein Einzelprojekt.
  • Drupal
    • Technik: Enterprise-CMS auf Symfony-Basis.
    • Bewertung: Extrem mächtig, aber für kleine Instanzen nicht effizient.
    • Ausschlussgrund: Lernkurve und administrativer Aufwand stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen.

2. Design- & SaaS-Plattformen (Closed Source)

  • Squarespace
    • Technik: Proprietäres System, Cloud-Hosting.
    • Bewertung: Starke visuelle Templates, aber eingeschränkter Zugriff auf das Backend.
    • Ausschlussgrund: "Goldener Käfig". Fehlende Freiheit bei tiefergehenden Code-Injections (Layout-Eingriffe).
  • Wix
    • Technik: Drag-and-Drop Editor.
    • Bewertung: Einfache Bedienung, aber suboptimaler Source-Code.
    • Ausschlussgrund: Performance-Defizite und schlechte Kontrolle über den generierten HTML-Output.
  • Webflow
    • Technik: Visuelles CSS-Design-Tool mit CMS-Anbindung.
    • Bewertung: Maximale Designfreiheit.
    • Ausschlussgrund: Zu hohe Komplexität für reines Content-Writing; Fokus liegt auf Design, nicht auf Blogging-Workflow.

3. Wissensmanagement & Dokumentation

  • Docmost
    • Technik: Open-Source Kollaborations-Software.
    • Bewertung: Exzellent für strukturierte Dokumentation.
    • Ausschlussgrund: Fehlende Blogging-Features (RSS, SEO-Automatisierung) und unpassende Inhalts-Hierarchie für eine Vita.
  • BookStack
    • Technik: PHP/Laravel, Regal-Buch-Seite-Metapher.
    • Bewertung: Sehr gute Ordnung für Handbücher.
    • Ausschlussgrund: Starre Struktur verhindert flexibles Blog-Layout; nicht für öffentliche Selbstdarstellung optimiert.
  • Obsidian (Publish)
    • Technik: Markdown-Dateien mit Cloud-Sync.
    • Bewertung: Nahtloser Übergang von Notizen zu Web.
    • Ausschlussgrund: Monatliches Abo-Modell und sehr eingeschränktes CSS-Customizing im Web-Frontend.

4. Statische & Lokale Generatoren

  • Hugo / Jekyll
    • Technik: Go/Ruby basierte Static Site Generators (SSG).
    • Bewertung: Beste Performance (0ms Datenbank-Latenz).
    • Ausschlussgrund: Kein Web-Editor. Korrekturen erfordern Terminal/Git-Workflow. Inkompatibel mit schnellen mobilen Updates.
  • Publii
    • Technik: Lokale Desktop-App (GUI) für statische Seiten.
    • Bewertung: Verbindung von GUI und SSG.
    • Ausschlussgrund: Synchronisationsprobleme zwischen mehreren Endgeräten (Laptop vs. Desktop-PC).

5. Finale Wahl: Ghost CMS

  • Technik: Node.js (Ember.js Admin, Handlebars Frontend).
  • Vorteile:
    • Architecture: Trennung von Core und Content via API.
    • Editor: Koenig-Editor (Lexical) bietet ablenkungsfreies Markdown-Schreiben.
    • Code Injection: Erlaubt globale CSS/JS-Injektionen ohne Theme-Modifikation.
    • Analytics: Native, datenschutzkonforme Reichweitenmessung ohne Cookies.
  • Ergebnis: Optimaler Kompromiss aus technischer Freiheit (für Medieninformatiker) und Schreib-Komfort.